DI Tennis Trophy 2026: Zwei Überraschungssieger

Das 51. Waiblinger Hallen-Tennisturnier ist mit zwei Überraschungssiegen zu Ende gegangen: Die 13-jährige Carla Pollmüller setzte sich im Frauenwettbewerb durch, der 18-jährige Sebastian Gampert siegte bei den Männern.

Turnierdirektor und TCW-Urgestein Peter Hagedorn sprach bei den Siegerehrungen von der jüngsten Siegerin und dem jüngsten Männerfinale in der 51-jährigen Geschichte des Waiblinger Hallenturniers. So gewannen die gerade einmal 13-jährige Carla Pollmüller (Jahrgang 2012) vom TC Raschke Taufkirchen bei München und der 18-jährige Sebastian Gampert (Jahrgang 2007) vom TC Tübingen die DI Tennis Trophy 2026.

Lange Tage für Oberschiedsrichterin Gisela Stecher

Genau 100 Spieler kämpften beim Traditionsturnier in der Drei-Feld-Halle am Alten Neustädter Weg vom vergangenen Dienstag an um das von der DI Wirtschaftsberatung Stuttgart ausgelobte Preisgeld von 1.500 Euro je Wettbewerb. Die Oberschiedsrichterin Gisela Stecher hatte lange Arbeitstage: Sowohl am Freitag als auch am Samstag waren die letzten Spiele erst gegen 23 Uhr beendet. Sie hatte damit bereits gerechnet, denn die Teilnehmerfelder waren vor allem in der Spitze qualitativ sehr eng beieinander. Die Viertelfinals der Männer boten ein Nervenspiel, sie gingen allesamt in den entscheidenden Match-Tiebreak – dreimal mit dem knappsten möglichen Ergebnis von 10:8. Die Viertelfinals waren auch die Endstation für die besten Teilnehmer aus dem Rems-Murr-Kreis, Philipp Leithold und Yannick Zeitvogel (beide vom TEV Fellbach). Zeitvogel verlor dabei, wie im vergangenen Jahr, knapp gegen den späteren Sieger.

In diesem Jahr war das der WTB-Kaderspieler Sebastian Gampert (TC Tübingen). Die Position 344 im deutschen Ranking und damit nur Platz 13 in der Meldeliste ließen noch nicht vermuten, dass er Anspruch auf den Turniersieg haben könnte. Doch die Gründe für das irreführend schwache Ranking sind einige Verletzungen und damit deutlich weniger Wettbewerbsspiele im vergangenen Jahr.

Gampert ist seinen Gegnern deutlich überlegen

Spätestens nach dem lockeren Zwei-Satz-Sieg im Achtelfinale gegen die Nummer zwei der Setzliste, dem Hallenmeister des Tennisverbandes Mittelrhein Stephan Iserath vom PTSV Aachen, war abzusehen, dass es weit gehen könnte. Nach dem knappen Viertelfinale war Gampert am Sonntag im Halbfinale und Finale mit seinen platzierten Aufschlägen, sehr guter Beinarbeit und fast fehlerlosem Grundlinienspiel seinen Gegnern deutlich überlegen. Im Finale gewann der ab Herbst 2026 für die University of Washington in Seattle (USA) spielende Gampert nach gut einer Stunde 6:3 und 6:2 gegen den ebenfalls 18-jährigen Jan Smrcka vom TC Weissenhof. Der war zuvor im Halbfinale die Endstation für den Vorjahressieger Emil Rast vom TC Oberstenfeld gewesen – und das auch sehr knapp mit wiederum 10:8 im Match-Tiebreak.

Drei Match-Tiebreaks musste auch die 13-jährige Carla Pollmüller (TC Raschke Taufkirchen) auf ihrem Weg zum Turniersieg spielen. Die Nummer eins der U14-Juniorinnen Deutschlands und an Nummer sieben gesetzte DTB-Kaderspielerin verlor dabei in allen drei Matches den ersten Satz und bewies vor allem im Viertelfinale beim 11:9 gegen Alessia Bone (TC Ludwigsburg) starke Nerven. Fast unscheinbar wirkt sie auf den ersten Blick, aber vor allem wenn sie ihre erstklassige, locker durchgeschwungene Rückhand auspackt, wird es für jede Gegnerin schwer. Aber auch Aufschlag, Vorhand und Beinarbeit sind sehr solide. Dazu spielt sie ruhig und abgeklärt, ließ sich im Finale auch nicht durch einen 0:3-Rückstand im zweiten Satz aus der Fassung bringen und gewann verdient mit 6:3 und 6:4.

Gibt es bald ein Wiedersehen mit der Siegerin?

Möglicherweise wird es bereits im Juli ein Wiedersehen mit Carla Pollmüller geben: Sie hat ihr Kommen angekündigt bei der 51. Auflage des Internationalen Tennis-Europe-Turniers zum 100. Geburtstag des TC Waiblingen. Die Top-Spin-Vorhand ihrer Finalgegnerin und Nummer eins der Setzliste, Vivien Sandberg (TG Stadtlohn/Ahaus), kamen auf dem schnellen Teppichbelag weniger zur Geltung. Auch wenn sie sich über jede Runde des Turniers gesteigert hat und bis zum Finale in vier Matches keinen Satz und nur 15 Spiele abgab, so war Sandberg im Finale recht klar unterlegen.

Aus dem Rems-Murr-Kreis war im Hauptfeld der Frauen mit Annalotta Howorka vom TC Waiblingen nur eine Spielerin vertreten. Sie gewann die erste Runde souverän gegen die jüngste Teilnehmerin im ganzen Feld, Filippa Kleinholz vom TC Ludwigsburg (Jahrgang 2013). Im Achtelfinale war die an Nummer drei gesetzte Emma Pall (TC Lindau) eine Nummer zu groß. Bei den Männern waren außer den beiden genannten Fellbacher Spielern, die im Viertelfinale knapp unterlagen, noch drei Spieler des TC Schorndorf und zwei des TC Waiblingen am Start. Lian Bienert (TCS) mit einer Wildcard, Qualifikant Dennis Katzenwandel (TCS) und Lucky Loser Jonas Rosenberger (TCW) verloren ihre Auftaktmatches. Für Djordje Abadzic (TCS) und Alexander Lauinger (TCW) war in den Achtelfinals Schluss.

Hervorzuheben ist der Einsatz der Turnierorganisation um Gisela Stecher und Peter Hagedorn, die von allen Seiten gelobt wurde.

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